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Blauer Himmel über Österlen

Nirgendwo sonst ist der Himmel so hoch wie auf Österlen. Folgen Sie uns in die Provence Schwedens – zu wogenden Feldern, kreideweißen Sandstränden und den besten Flohmärkten des Landes.

TEXT: PETTER EKLUND FOTO: PETER WESTRUP

Es gäbe viele schöne Landschaften, aber Österlen sei einfach großartig, sagt Johny Samuelsson. Wir stehen auf dem Måns Nils Torg in Borrby. Hier betreibt Johny einen Flohmarkt und ein kleines Café. Weintrauben ranken auf dem Dach über seinen Tischen. Er preist die Landschaft, als wäre sie das Werk eines berühmten Landschaftsmalers.

„Österlen hat seine gelbe Periode mit Raps im Frühsommer, dann die rote Zeit mit dem Mohn, die grünen Felder und schließlich die beigefarbene Periode, wenn die Getreidefelder reifen. Hinzu kommen der blaue Himmel und das Meer“, sagt er verträumt.

Österlen ist bekannt für seine wogenden Felder und weiten Strände. Und überall ist das Meer. Das wichtigste Element ist aber das Licht – ein sattes, südländisches Schimmern, das vom Meer widergespiegelt wird und die Farben der Landschaft auflädt. Johny ist hierher gezogen, um dem Meer und Mitteleuropa näher zu sein. Jetzt versucht er, auch im Winter etwas mehr Leben nach Borrby zu bringen. Österlen ist eine Landschaft des Sommers – und der Nerds: Sie bauen an, malen und schreiben, backen Pizzas, surfen, blasen Glas, züchten Schwarzwurzeln und konstruieren Möbel.

„Das dürft ihr nicht verpassen“, ist ein häufiger Kommentar auf Österlen. Überall ist Spannendes und Ungewöhnliches zu entdecken. Dies ist die Landschaft der Schilder. Biegen Sie ab! Mit jedem Abstecher kann ein Abenteuer beginnen: Kunst, selbstgemachtes Eis, Kaffee und überall Flohmärkte – von Schrott bis zu Antiquitäten.

Kåseberga

Schwedens Provence

Doch wo fängt Österlen an und wo hört es auf? Außerhalb von Ystad steht ein Schild: Das Tor zu Österlen. Die Menschen aus Schonen sind darüber etwas verstimmt: „Hier liegt‘s doch noch nicht, oder?“ Im Norden hat der Flughafen von Kristianstad den Namen Kristianstad Österlen Airport bekommen. Auch hier scheint die Grenze etwas verschoben. Doch irgendwo dazwischen liegt Schwedens Provence, von Brösarp im Norden bis zu den Hügeln von Hammar im Süden – ein Reich der Strände, Felder und erstaunlich vielen Wälder in den nördlichen Teilen.

Erst in den 1920er-Jahren wurde Österlen zu einer Gegend, in der man Urlaub machte. Der Name wurde von John Osterman erfunden, einem lokalen Journalist, der 1929 den ersten Touristenprospekt für die Gegend schrieb. Der Malerprinz Prinz Eugen entdeckte Österlen in den 1930er-Jahren und seine Landschaftsbilder aus der Region lockten Touristen und Badegäste an. Heute kommen viele Promis in die Gegend: die TV-Familie Mandelmann, der Rocksänger Ulf Lundell, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Künstler. Eine gute Anfahrtsstrecke führt von Ystad aus über die Ostküsten-autobahn. Wenn Sie die ersten Strandwälle, Kühe und den weiten Himmel sehen, wissen Sie, dass Sie da sind. Halten Sie an. Leif Larsson verkauft am Straßenrand Obst, Beeren und Gemüse. Er wirkt wie ein freundlicher Torwächter zur Landschaft. Leif verkauft hier seit 25 Jahren seine Produkte.

„Wir machen noch eine Saison.“ Er ist weit durch die Welt gekommen, hat Tetra-Pak-Maschinen gebaut und ist nach dem Ruhestand nach Thailand gezogen. Jeden Sommer kommen sie nach Hause, um den Obst- und Gemüsestand zu betreiben. Ständig halten Autos an.
„Bitte zwei Schachteln Himbeeren und einmal Erdbeeren.“ Mit einer Tüte Herzkirschen im Gepäck fahren Sie weiter.

Österlen

Ein ruhiges Tempo

Österlen hat einige Touristenmagneten: Sandhammaren mit seinem weißen, endlosen Strand, den Nationalpark Stenshuvud, das Kivik Art Centre, Kåseberga und die Steine von Ale. Simrishamn mit den kuscheligen Gassen und dem regen Hafen. Im Juli füllt sich Österlen mit Touristen. Dann wird es eng auf den bekanntesten Plätzen. Jedes Jahr kommen mehr Touristen aus dem Ausland. Da kann es sogar zu Staus kommen. Wir empfehlen, das Tempo zu reduzieren, langsam zu reisen und eigene Wege zu finden. Überall an der Küste können Sie schöne, menschenleere Strände entdecken.

Stehen Sie zeitig auf und fahren Sie zum Sandhammaren mit dem roten Heidenstam-Leuchtturm, der vom Morgennebel eingehüllt ist. Dort finden Sie das zeitlose Österlen, die historische, gefährliche Küste der Fischer und Leuchttürme. Über 200 Schiffswracks liegen vor der Küste auf dem Meeresgrund. Bleiben Sie den ganzen Morgen hier und beobachten Sie, wie sich das Licht verändert. Wenn gegen Mittag die Autos kommen und sich der Strand füllt, können Sie weiterfahren. Bei Knäbäckshusen gibt es einen Strand mit Bäumen, die sich über den Sand beugen. Wie der Felsen Stenshuvud im Hintergrund hochragt, erinnert ein wenig an Asien. Gehen Sie einige Schritte weiter und Sie sind völlig ungestört.

Knäbäckshusen

Natur und Kultur

Im Fischerdorf Kåseberga finden Sie örtliche Fischer, Restaurants, Eisdielen und einen Retroladen. Essen Sie eine Heringsstulle bei Kåseberga Fisk mit der Räucherei Ahl. Die Kühltheke ist mit Köstlichkeiten gefüllt: Lachssalami, geräucherte Muscheln und Aal. Von Kåseberga führt eine Treppe hinauf zu den Steinen von Ale, das „Stonehenge von Schonen“ – eine Schiffssetzung mit einer großartigen Aussicht über das Meer und die Küste. Die Forscher sind sich uneins über die 59 Steinblöcke, die hier in einem 70 Meter langen Kreis aufgestellt sind. Einige meinen, dass dies eine Gräberstätte ist, andere glauben, dass es sich um eine antike Sonnenuhr handelt. Die Geschichte lässt sich zwischen den Steinen erahnen. Ein Radfahrer meditiert in der Mitte des Rings. Eine Frau berührt jeden einzelnen Steinblock. Überall werden Selfies gemacht.

Der Sommer von Österlen bietet einen besonderen Mix aus Natur und Kultur. Mit Sand zwischen den Zehen betreten Sie eine Kunstgalerie und kaufen einen Teebecher oder ein Aquarell. Borrby ist ein Treffpunkt mit seiner Hauptstraße, die eine eigentümlichen Western-Anmutung ausstrahlt, einem Supermarkt, in dem alle einkaufen, und seinen vielen Buchläden. Im Antiquariat Hundörat finden Sie eine riesige Auswahl, von Taschenbüchern bis zu echten Raritäten.

„Das ist ein allgemeines Antiquariat, aber ein sehr gutes. Es macht viel Spaß, hier zu sein“, sagt der Buchhändler Peter Bodén, dessen kleines Imperium neben dem Geschäft in Borrby zwei weitere in Stockholm umfasst, wo er exklusive und seltene Bücher verkauft. Mit seiner Familie kaufte er hier 2008 ein Ferienhaus, aber er wollte auch ein Geschäft haben. Schnell kam ihm die Idee, Borrby zu einer Bücherstadt zu machen. Er warb EU-Gelder ein, die er für Werbung und Räumlichkeiten verwandte.

„Wir mieteten mehrere Häuser und konnte sehr gute Buchhändler anlocken“, sagt er. Als die EU-Förderung endete, verschwanden einige der Händler wieder, doch einige sind geblieben. Trotz Hörbücher und Podcasts ist Peter optimistisch: „Ich bin vollkommen überzeugt davon, dass das Buch eine Zukunft hat.“

Einige Häuser weiter streicht Emil Fredholm mit seiner Frau sein Haus neu an. Emil ist Grafikdesigner und betreibt daneben ein Geschäft für Originalplakate aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

„Das Interesse ist groß und es gibt alle möglichen Käufer“, sagt er. „Einige suchen Plakate von bestimmten Konzerten oder Designern, andere suchen etwas, das zum Sofa passen soll.“ Wenn der Sommerladen schließt, geht der Verkauf in einem Geschäft in Stockholm und über die Homepage weiter.

Die Steine von Ale

Eine schöne Strasse

Zeit für Kaffee, den Kraftstoff des Urlaubs. Das Blå Huset in Borrby ist ein reger Hotspot mit einem märchenhaften Garten. Carina und Anders Öhman betreiben das Café seit 2013. Früher wohnten sie im Westhafen in Malmö, aber nach einem Urlaub in Frankreich zog es sie hinaus aufs Land.

„Wir folgten einer Sehnsucht, fanden das Haus im Internet, fuhren hierher und entschieden uns noch am selben Tag“, erzählt Carina. „Hier kann man wohnen, ohne das Gefühl zu haben, völlig ab vom Schuss zu sein. Es gibt alles, was man braucht.“

Der Traum von Österlen ging in Erfüllung. Carina verkauft Porzellan und kümmert sich um die kleine Pension. Anders backt und kocht im Sommer. Eigentlich ist er Sommelier und leitet Ausbildungskurse in Malmö und Stockholm.

Österlen ist eine Landschaft, die sich während der Fahrt ständig verändert. Die Autobahn 9 von Trelleborg entlang der Küste bis hinauf nach Brösarp ist zu Schwedens schönster Straße gekürt worden. Sie windet sich 140 Kilometer lang über Felder und Hügel, durch Apfelplantagen und vorbei an Kirchen. Wir passieren den Nationalpark Stenshuvud mit seinen verzauberten Buchenwäldern und Felsabhängen und fahren weiter bis zu den Hügeln von Brösarp. Hier haben Sie weite Blicke über die offene Landschaft von Haväng und hier liegt das nördliche Tor zu Österlen. Das Licht ist magisch – voller Träume und Sehnsucht.

Campingplätze in Österlen

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